Lastruper Schuetzenverein von 1836 e.V.

Laura Grüßing 2. Ritter des Deutschen Schützenbundes

Beim Bundesjugendkönigschießen in Neubrandenburg wiederum erfolgreich

 

Autor: Günter Stutenkemper

 

Vom 28. April bis 1. Mai 2011 fand in Neubrandenburg der 57. Deutsche Schützentag statt. Gleichzeitig wurden "150 Jahre Deutscher Schützenbund" gefeiert. Jeweils 19 Landes-könige/innen und 19 Landes-jugendkönige/innen traten an, um den Bundesschützenkönig zu ermitteln.

 

Im Landesleistungszentrum des Landesschützenverbandes Mecklenburg-Vorpommern wurde der Wettbewerb ausgetragen. Es mussten 20 Schuss Freihand mit dem Luftgewehr/Luftpistole abgegeben werden. Gewertet wurde die beste 10. Es gelang fünf Schützen eine 10,8 zu schießen; Laura Grüßing hatte sogar 2x eine 10,8.

 

Am Abend fand vor weit über 1000 Gästen auf dem Bundesschützenball im Jahnsportform Neubrandenburg dann die Proklamation statt. Die Ehrung wurde sehr spannend gemacht und am Ende waren nur noch drei junge Damen als Anwärter für den Bundesjugendkönigstitel auf der Bühne. Hinter Maria Große (Westfälischer Schützenbund), die mit einem 33,5-Teiler den Sieg mit nach Hause nahm,

kamen Franziska Sprengard (Pfälzischer Sportschützenbund) mit einem 34,9-Teiler und Laura Grüßing (Nordwestdeutscher Schützenbund) mit einem 40,2-Teiler auf die Plätze zwei und drei.

 

Laura erhielt hierfür vom Deutschen Schützenbund die Auszeichnung zum 2. Ritter für das Regentenjahr 2011. Die mitgereisten Eltern Norbert und Ingrid Grüßing, Lauras Freund Florian, Gustav und Inge Lübbers von den Sportschützen Lastrup sowie die Delegierten des NWDSB beglückwünschten Laura aufs herzlichste und freuten sich mit ihr.

 

Besonders Stolz waren auch NWDSB Präsident Jonny Otten, der gleichzeitig 2. Vizepräsident des Deutschen Schützenbundes ist, und Josef Rolfes als Präsident des Oldenburger Schützenbundes auf diese wiederum so erfolgreiche Leistung der jungen Sportschützin aus dem Oldenburger Münsterland.

                                    Fotos: Grüßing

Rollstuhl ist kein Handicap

Interview mit der 20-jährigen Sportschützin Laura Grüßing

 

Von MT-Redakeur Matthias Ellmann

 

Lastrup

Laura Grüßing eilt von Erfolg zu Erfolg. Die Sportschützin

aus Lastrup war Vereinsmeister der Kinder/Jugend im Lastruper Schützenverein, Jugendpokalsieger, Kreisjugendkönig, Dritte bei den Landesmeisterschaften, Landesjugendkönigin 2010 und 2011 Bundesjugendkönigin 2010 und nun Dritte beim Bundesjugendkönigsschießen, was ihr den Titel „Zweiter Ritter“ eintrug. Die MT sprach mit der 20-jährigen Schützin, die ihren Sport vom Rollstuhl aus betreibt.

 

MT: Herzlichen Glückwunsch zum dritten Platz und zur

Ernennung zum Ritter. Wie schätzen Sie persönlich Ihren Erfolg ein?

 

Grüßing: Ich bin sehr glücklich und stolz, diesen Erfolg erzielt zu haben. Soweit ich weiß, bin ich die Erste, die in zwei aufeinanderfolgenden Jahren Landesjugendkönigin des Nordwestdeutschen Schützenbundes (NWDSB) geworden ist. Somit hatte ich zweimal die Chance, für den Verband

beim Bundesjugendkönigschießen anzutreten. Dass ich dabei beide Male so erfolgreich war, ist mir eine große Ehre. Es freut mich sehr, dass ich nicht nur im Jahr 2010 auf dem Oktoberfest die Bundesjugendkönigin wurde, sondern auch in diesem Jahr in Neubrandenburg zu den drei besten Jugendschützen des Deutschen Schützenbundes (DSB) gehöre. Der Deutsche Schützenbund vertritt ja immerhin rund 1,4 Millionen Schützen.

 

MT: Sie sind Rollstuhlfahrerin. Ist das beim Schießen ein besonderes Handicap, und muss der Schießstand auf Ihre Bedürfnisse umgebaut werden?

 

Grüßing: Ja, ich bin ein Schütze im Rollstuhl. Jedoch ist es kein Handicap beim Schießen. Bei den Sportschützen werde ich selbstverständlich aufgenommen und sehr gut integriert. Wenn die räumlichen Umstände nicht so optimal sind, werden kurzfristig Lösungen gefunden, um mir das Schießen zu ermöglichen.

 

MT: Bleibt neben Ihrer Ausbildungen zur Fachangestellten für Arbeitsförderung beim Arbeitsamt in Vechta genügend Zeit für das Training? Wie oft trainieren Sie in der Woche?

 

Grüßing: Hin und wieder ist es nicht einfach, neben der

Ausbildung und anderen Verpflichtungen, zum Beispiel Krankengymnastik, genügend Zeit für das Training zu finden. Das Training findet gewöhnlich einmal wöchentlich am Donnerstagabend in der Schützenhalle in Lastrup statt. Jedoch erklärt sich meist jemand bereit, vor Wettkämpfen an Wochenenden, mit mir ein Sondertraining einzulegen.

 

MT: Wie sind Sie zum Schießsport sind gekommen?

 

Grüßing: Ich war mit 9 Jahren im Jahr 2000 das erste Mal beim Schießen. Ich bin durch meinen Vater und meine große Schwester Anne an den Schießsport gekommen. Mein Vater ist schon seit langer Zeit ein begeisteres Mitglied des dritten Zuges des Lastruper Schützenvereins. Durch seine Berichte bin ich neugierig geworden. Auf Schütenfesten habe ich schon als Kind in Begleitung meines Vaters viele Rosen an der

Schießbude geschossen. Dies hat mir immer sehr viel Spaß gemacht. Meine Schwester Anne hat zuerst mit dem Sportschießen begonnen. Ich begleitete sie hin und wieder und habe dann auch selber mitgeschossen. Noch heute bin ich gerne beim Schießen dabei. Gemeinsam mit Anne nehme ich an Rundenwettkämpfen der ersten Kreisklasse teil.

 

MT: Schöpfen Sie besondere Kraft aus den Erfolgen im Sport für Ihr nicht immer einfaches Alltagsleben?

 

Grüßing: Ja, die Erfolge geben mir viel Kraft und ein starkes Selbstbewusstsein, auch in meinem Alltagsleben. Ich genieße es sehr von Bekannten, Freunden Verwandten und von Kollegen auf diese Erfolge angesprochen zu werden. Besonders stolz war ich, als der Lastruper Bürgermeister mich 2010 zu einer Feierstunde einlud. Durch diese Erfolge kann ich außerdem beweisen, dass auch Rollstuhlfahrer im Schießsport enorme Leistungen erzielen können. Zudem bereiten mir diese großen Erfolge noch mehr Spaß am Schießsport.